Freitag, 21. Juli 2017

Rezension: Heartware


Heute erscheint im rowohlt Verlag der neue Roman Heartware von Jenny-Mai Nuyen. Die Autorin, die einigen bisher vor allem durch ihre Fantasy-Romane bekannt sein dürfte, hat sich nun an ihren ersten Thriller gewagt, den ich vorab lesen durfte. In meiner Rezension möchte ich euch heute Heartware vorstellen und erzählen, wie mir Jenny-Mai Nuyens erster Thriller gefallen hat.



WORUM GEHT ES?

Mit seinem Leben als Krimineller hat Adam Eli schon längst abgeschlossen, spätestens nach seiner Gefängnisstrafe, bei der er für etwas bestraft wurde, das er überhaupt nicht getan hatte. Seit seiner Entlassung fristet er nun ein Leben als Ghostwriter, der so ziemlich jedem Sozialkontakt aus dem Weg geht. Seine Jugendliebe Willenja, Will, wie er sie nennt, hat er jedoch nie vergessen.
Plötzlich erhält Eli eine ominöse E-Mail, in der es um Will geht. Angeblich soll sie noch leben und jemand ist ganz offensichtlich auf der Suche nach ihr. Natürlich wird Eli hellhörig. Man sagt ihm, dass auch für ihn etwas dabei raus springe, immerhin könnte er mit Will alles klären, was sich die Jahre über angestaut hatte.
Eli weiß nicht, ob er dieses Kapitel seiner Vergangenheit noch einmal aufschlagen soll, doch als er sich schließlich dafür entscheidet, beginnt er eine völlig unerwartete Reise und plötzlich steht er mittendrin, wenn es um Geld, Terror und eine künstliche Intelligenz geht. Im Zentrum des Ganzen steht niemand anderes als Will.


REZENSION

Dass Heartware tatsächlich der erste Thriller von Autorin Jenny-Mai Nuyen ist, merkt man dem Roman gar nicht an. Spannend ist vor allem die Auseinandersetzung mit futuristischen Technologien, wie künstliche Intelligenzen, die es auch heutzutage schon vereinzelt gibt. Ich für meinen Teil finde künstliche Intelligenzen doch eher gruselig, eben weil es eine Maschine ist, die sprechen und offenbar auch denken kann, wie ein Mensch. Genau diesen Aspekt hat auch die Autorin in ihrem Roman eingefangen und beschäftigt sich besonders mit der Frage, was passieren könnte, wenn eine solche künstliche Intelligenz die Macht ergreift. Ist eine solche Technologie wirklich fördernd für die Menschheit oder wird sie vielleicht sogar einmal der Untergang dieser sein?

Zugegeben, anfangs hatte ich doch etwas Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Das lag vor allem an dem anspruchsvollen Schreibstil der Autorin. Das soll kein Minuspunkt sein, denn ich musste mich lediglich daran gewöhnen, dass Heartware keine leichte Lektüre für zwischendurch ist.
Sobald ich mit Jenny-Mai Nuyens Schreibstil warm geworden war, konnte ich tatsächlich auch richtig in die Geschichte eintauchen und bin über die Seiten nur so hinweg geflogen. Ich wurde von den Worten schlichtweg gefesselt und konnte mir, dank des tollen Schreibstils, die Szenen im Roman auch wirklich bildlich vorstellen, was mich auch jetzt im Nachhinein noch sehr beeindruckt.
Erzählt wird in dem Roman aus drei Perspektiven. Da gibt es zum einen den Protagonisten Adam Eli, dann die junge Frau Mariel Marigny, mit der Eli zusammenarbeitet und zu guter Letzt die Perspektive von Y, die sozusagen den allwissenden Erzähler mimt. Wieso die Ys Perspektive so weit gefächert ist, wird sich im Laufe des Romans auflösen. Ich bin auch tatsächlich bis zur Auflösung wirklich nicht dahinter gekommen, wer Y ist.
Das lag aber auch daran, dass die Autorin einen mit den verschiedenen Handlungssträngen immer wieder raffiniert in andere Richtungen schubst und plötzlich gar nichts mehr so scheint, wie es den Anschein gemacht hat. Es gab beim Lesen also wirklich Momente, in denen auch nicht mehr wusste, wem ich denn noch trauen konnte und wem nicht. Dementsprechend wollte ich natürlich auch immer weiterlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles auflöst!

Spannend ist aber nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Vielfalt an Charakteren, die man kennenlernt. Sie sind allesamt so verschieden und doch haben sie gemeinsam, dass jeder von ihnen bestimmte Ecken und Kanten hat, die einen in der Gesellschaft anecken lassen. Jeder hatte etwas Interessantes an sich, dass ich mehr über den Charakter erfahren wollte. Das hatte dann auch zur Folge, dass man irgendwann selbst hinters Licht geführt wurde und die Charaktere ganz anders eingeschätzt hatte, als sie es eigentlich sind. Deshalb fällt es mir auch schwer, einen herauszupicken, der mir besonders gefallen hat.

Gefallen hat mir außerdem auch die Liebesthematik in dem Roman. Es ist keine kitschige, romantische, sondern sogar eher eine ungesunde Liebe, die in Heartware ihren Platz findet. Aber gerade das ist in meinen Augen eine spannende Abwechslung und passt auch wunderbar zum Gesamtkonzept, eben weil nichts perfekt zu sein scheint.
Dementsprechend gefällt mir auch, dass der Roman genauso endet, wie er eben endet. Alles andere, besonders ein Happy End, wäre mir völlig deplatziert vorgekommen. Für mich hat Jenny-Mai Nuyen definitiv das perfekte Ende für diese Geschichte gefunden. Ich kann mir zumindest keinen besseren Schluss vorstellen, denn er passt perfekt zum großen Ganzen.



FAZIT

Obwohl mir Heartware anfangs Schwierigkeiten bereitet hat, wurde ich von der Geschichte völlig gefesselt, sobald ich mit dem Schreibstil der Autorin warm geworden war. Jenny-Mai Nuyen hat das  heutzutage aktuelle Thema künstliche Intelligenz aufgegriffen und es in eine ganz neue Richtung geschubst, nämlich, dass es für die Welt vielleicht keine Verbesserung darstellt, sondern das genaue Gegenteil. Doch nicht nur durch Technik, sondern auch durch spannende Charaktere, die alle ihr Päckchen zu tragen haben, konnte mich Heartware sehr begeistern. Deswegen wird der Roman von mir auch mit fünf von fünf Kreuzen bewertet, denn er ist für mich definitiv eine Leseempfehlung.  




BUCHDETAILS

Titel: Heartware
Autor: Jenny-Mai Nuyen
Verlag: rowohlt POLARIS
Preis: 14,99€
Sonstiges: Paperback, 416 Seiten


Die Buchdetails sind der Webseite von rowohlt entnommen.
Vielen Dank an Anne-Claire Kühne und rowohlt für das Rezensionsexemplar!

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