19. März 2017

Rezension: Die Saat der Schatten


Heute habe ich für euch den zweiten Band der Der Strahlende Weg-Reihe von Harry Connolly. In Die Saat der Schatten geht es weiterhin darum, den Gefahren auf dem Kontinent Kal-Maddum ein Ende zu setzen. Wie mir der zweite Band der Reihe aus dem Hause blanvalet gefallen hat, erfahrt ihr in meiner Rezension.



WORUM GEHT ES?

Noch immer wird der Kontinent Kal-Maddum von so genannten Grunzern und anderen Wesen heimgesucht, die es vorher dort nicht gegeben hat. Immer mehr Menschen werden in Grunzer verwandelt. Dadurch werden immer mehr Dörfer von ihnen überrannt und eingenommen. Während Tejohn Treygar immer noch auf der Suche nach einem Zauber ist, der diese Wesen vernichten soll, ist Cazia Freibrunn dabei, mehr über die sonderbaren Wesen zu erfahren, die plötzlich ihre Welt auf den Kopf stellten, um so auch einen Weg zu finden, die Wesen zu vernichten. Beide wollen ihre Heimat, unabhängig voneinander, retten und dafür ist ihnen keine Gefahr zu groß. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Wenn ihnen die skurrilen Wesen nicht in die Quere kommen, sind es die Menschen, die ihnen Steine in den Weg legen und ihre Missionen gefährden. 


REZENSION

Wie auch schon der erste Band, wurde Die Saat der Schatten als Klappenbroschur veröffentlicht, so dass sich im Buchumschlag jeweils vorne und hinten eine ausklappbare Karte vom Kontinent Kal-Maddum befindet. Während in meiner Ausgabe des ersten Bandes die Karte noch auf Englisch war, findet man nun im zweiten Band die deutschen Namen der Reiche. Wie ich bereits in der Rezension zu Die Pforte der Schatten sagte, bin ich ein großer Fan von Karten aus fiktiven Welten, damit ich die Reisen der Charaktere auch nochmal nachvollziehen kann. Ich finde es super, dass man auch hier gleich wieder eine Karte zur Hand hatte.

Die Saat der Schatten beginnt genau an der Stelle, an dem der erste Band Die Pforte der Schatten aufgehört hat. Dass es direkt so nahtlos weitergeht, hat mir gleich zu Beginn gut gefallen.
Ebenso wie im ersten Band wird auch hier wieder aus zwei Perspektiven erzählt. Die Abenteuer von Tejohn Treygar und Cazia Freibrunn gehen also weiter und wir dürfen ihnen wieder folgen. Auch hier hat mit Cazias Perspektive jedoch besser gefallen. Das lag aber vielmehr daran, dass mich der Handlungsstrang mehr interessiert hat. Bei Tejohn hatte ich irgendwie das Gefühl, dass er so gar nicht voran kam, was aber auch an seiner schwerer Verletzung und demnach langen Genesungszeit liegen könnte. Leider fand ich Tejohns Handlungsstrang aber auch etwas monoton, so dass ich eher das Gefühl hatte, er würde quasi dasselbe immer wieder erleben, nur mit ein paar wenigen Abwandlungen zwischendrin.
Dagegen war Cazias Erzählung um einiges abwechslungsreicher. Wir erfahren etwas über die Riesenadler, die zusammen mit den Grunzern plötzlich aufgetaucht waren und bekommen so einen ganz anderen Einblick in die Absichten dieser Wesen.
Wir lernen außerdem wieder Einiges über das Leben in den unterschiedlichen Ortschaften in Kal-Maddum kennen und merken auch, wie unterschiedlich es dort ist. Es gibt nicht nur verschiedene Traditionen, die die Protagonisten auf die Probe stellen, sondern auch verschiedene Religionen, die dort mitmischen und nicht immer für Verständnis sorgen. Harry Connolly stellt dadurch auch einen Konflikt unter den Menschen selbst her, der durch die Gefahr der Grunzer natürlich nochmal zusätzlich verschärft wird und die Menschen dazu zwingt, ihre Grenzen trotz Vorurteilen zu überwinden und zusammenzuarbeiten.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der zweite Roman viel angenehmer zu lesen war. Die Kapitel hatten eine gute Länge und waren nicht wieder so wahnsinnig lang. Bei der Erzählung selbst wurde dieses Mal nicht so ausschweifend erzählt. Es beschränkte sich tatsächlich eher auf Ereignisse, die relevant für die Handlung waren, was das Lesen gleich viel angenehmer gemacht hat. Demnach kam ich mit dem Lesen auch sehr schnell voran.
Alles in allem hatte ich nach Beenden des Romans jedoch das Gefühl, dass dort nicht wirklich etwas passiert ist. Die Weichen für das finale Buch der Trilogie sehe ich hier noch nicht gelegt, auch wenn die Ausgangssituation im zweiten Band natürlich wieder sehr spannend war. Ich habe allerdings noch gar keine Ahnung, wie sich die "Grunzer-Problematik" im letzten Band auflösen könnte und bin demnach noch gespannter darauf, was sich Harry Connolly da ausgedacht hat.

Zum Schmunzeln gebracht hat mich außerdem die Anmerkung des Autors ganz am Ende des Romans. Harry Connolly ruft nämlich dazu auf, gute Bücher mit anderen zu teilen, sei es durch Gespräche, Rezensionen oder gar Tweets.


FAZIT

Die Saat der Schatten hat mir deutlich besser gefallen, als der erste Band der Trilogie. Es wurde auf unnötige und ausschweifende Erzählungen verzichtet, was das Erzähltempo deutlich angehoben und das Lesen somit angenehmer gemacht hat. Allerdings habe im Nachhinein das Gefühl, dass im zweiten Band nicht besonders viel passiert oder nur besonders einseitig erzählt wurde, trotz der zwei Perspektiven, weshalb Die Saat der Schatten vier von fünf Kreuzen von mir bekommt. Nun freue mich auf den letzten Teil der Trilogie und bin schon ganz gespannt, was im Finale alles passiert.




BUCHDETAILS

Titel: Die Saat der Schatten
Autor: Harry Connolly
Übersetzung: Michaela Link
Verlag: blanvalet
Preis: 14,99€
Sonstiges: Klappenbroschur, 416 Seiten


Die Buchdetails sind der Webseite von Random House entnommen.
Vielen Dank auch an blanvalet und Random House für das Rezensionsexemplar!

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