Freitag, 27. Januar 2017

Rezension: Das Schicksal ist ein mieser Verräter


Ein junges Mädchen verliebt sich in einen Jungen. Gerade als sie sich gefunden haben, kommt ein tragisches Ereignis, was alles auf die Probe stellt. So und ähnlich sind Romane und vor allem Romane für junge Leute aufgebaut. Doch Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green hat noch viel mehr zu bieten, dass die Handlung viel schöner, aber auch gleichzeitig viel tragischer macht. Worum es geht und wieso dieser Roman zu meinen Lieblingsschätzen gehört, erfahrt ihr in der heutigen Rezension.


Worum geht es?

Die Sechzehnjährige Hazel Grace hat Lungenkrebs im Endstadium. Durch den Krebs hat sich ihr Leben völlig verändert, doch aktuell geht es ihr den Umständen entsprechen gut. Ihre Mutter sieht das anders. Weil Hazel sich nicht gerne mit anderen trifft, (sie kann diese mitleidigen Blicke und dieses ‚Mit-Samthandschuhen-anfassen‘ einfach nicht ertragen), glaubt ihre Mutter, sie wäre depressiv und schickt sie zu einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche. Bei einem dieser Treffen lernt Hazel schließlich Augustus Waters kennen, der vor allem durch seine lockere und frische Art, ihre volle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Seinen Krebs hat er bereits besiegt, das hat ihn allerdings sein rechtes Bein gekostet. Zwischen Hazel und Gus entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, Gus hat sogar tiefere Gefühle für Hazel, die sie jedoch nicht erwidern will. Sie ist sich bewusst, dass sie irgendwann sterben wird, vielleicht früher als sie dachte und dann würde sie ihm nur weh tun.
Hazels Lieblingsroman Ein herrschaftliches Leiden treibt Hazel und Gus nach Amsterdam, wo sie den Autor des Romans Peter Van Houten treffen wollen. Diese Reise jedoch nimmt einen ganz anderen Verlauf, der plötzlich alles auf den Kopf stellt.


REZENSION

Die Figuren in John Greens Roman wirken von Anfang an echt. Sie sind jung und erfrischend. Lässt man beiseite, dass sie beide an Krebs erkrankt sind, kämpfen sie doch mit denselben Problemen, mit denen auch andere Jugendliche in dem Alter konfrontiert werden – mit der ersten Liebe. Doch Hazels Erkrankung gibt dem Ganzen natürlich die Portion Dramatik, denn der Leser hat direkt das Gefühl, dass sie im Laufe des Romans sterben wird. Gerade durch ihren kurzen Krankenhausaufenthalt erweckt es den Eindruck, als wäre Hazel dem Tod näher als dem Leben.
Doch in einer herzzerreißenden Szene erfährt man schließlich von Augustus‘ erneuter Erkrankung, die nicht nur Hazel weinen ließ, sondern auch mich zum Weinen brachte. Und egal, wie oft ich den Roman lese, es geht mir an der Stelle immer wieder so.
Das spricht für den guten Schreibstil von John Green, der dafür bekannt ist, solche tragischen Wendepunkte in seine Romane einfließen zulassen. Das Tolle ist, der Autor lässt den Leser nicht mit dem Gefühl zurück, dass man das Buch nie wieder lesen möchte, weil es so traurig ist. Der Brief an Hazel am Ende, bringt nicht nur die Protagonistin wieder zum Lächeln, Green schafft dasselbe beim Leser.


FAZIT

Alles in allem kann ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter jedem ans Herz legen, der gerne Liebesgeschichten liest und auch ohne richtiges Happy End alá „Sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“ auskommt. Trotz des tragischen Endes ist es dennoch eine schöne Geschichte, die einen rückblickend zum Schmunzeln bringt. Außerdem ist dieser Roman mein Lieblingsbuch von John Green, weil er so bittersüß ist und mich bei jedem Mal neu in den Bann zieht. Deshalb zählt es auch zu meinen Lieblingsschätzen und erhält zurecht fünf von fünf Kreuzen.



BUCHDETAILS

Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Autor: John Green
Übersetzung: Sophie Zeitz
Verlag: dtv, Reihe Hanser
Preis: 9.95€
Sonstiges: Taschenbuch, 336 Seiten

Die Buchdetails sind der Website von dtv entnommen.

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